Persönliche Krise als Folge einer schwierigen Geburt

Mit der Geburt eines Kin­des ver­bin­den die meis­ten Men­schen ein schö­nes und Glück brin­gen­des Ereig­nis. Sie kön­nen sich nicht vor­stel­len, dass eine Geburt von der Mut­ter als schwie­rig oder belas­tend emp­fun­den wird. Sät­ze wie „Haupt­sa­che, das Kind ist gesund” oder „Eine Geburt tut nun mal weh”, zei­gen die­ses Unverständnis.

Jede Geburt ist unterschiedlich

Nicht jede Geburt ver­läuft so, dass die Mut­ter danach unein­ge­schränkt glück­lich ist. Die Grün­de dafür sind so unter­schied­lich, wie jede Geburt es ist. Medi­zi­ni­sche Ein­grif­fe, feh­len­de oder man­gel­haf­te Beglei­tung durch Heb­am­men und Ärzt*innen, Kom­pli­ka­tio­nen oder das Über­rascht­wer­den von der Hef­tig­keit der Geburt! Auch eine vor­an­ge­gan­ge­ne Gewalt­er­fah­rung oder ein Trau­ma kön­nen eine per­sön­li­che Kri­se hervorrufen.

Wich­tig ist, dass die Mut­ter allein dar­über ent­schei­det, ob die Geburt für sie belas­tend war oder nicht. Nie­mand darf ihr die­se Ein­schät­zung zu ihrer Geburts­er­fah­rung strei­tig machen. Auch wenn in den letz­ten Jah­ren immer mehr Frau­en über eine schwie­ri­ge Geburt spre­chen, ist das The­ma nach wie vor ein Tabu. Dabei sind so vie­le Frau­en und ihre Fami­li­en betrof­fen – die Fol­gen teil­wei­se gravierend!

Schät­zun­gen zufol­ge erle­ben rund 20 bis 50 Pro­zent der Frau­en die Geburt ihres Kin­des als belas­tend, schwie­rig oder sogar trau­ma­tisch. Psy­cho­ana­ly­ti­ker wie bei­spiels­wei­se Lud­wig Janus, Karl Heinz Brisch oder Tho­mas Harms wei­sen schon län­ger auf den Zusam­men­hang zwi­schen einer schwie­ri­gen Geburts­er­fah­rung und Fol­gen für die Mut­ter, das Kind bzw. die Kin­der und die Fami­lie ins­ge­samt, hin.

Mögliche Folgen

Folgen Mutter - Schwierige Geburt

Für die Mutter:

  • Selbst­wert­stö­run­gen der Mut­ter und Selbst­zwei­fel, ver­sagt zu haben, die Geburt nicht „gemeis­tert” zu haben,
  • Bin­dungs­stö­run­gen zum Kind und damit ver­bun­den z. B. Schwie­rig­kei­ten beim Stil­len oder Ängst­lich­keit im Umgang mit dem Kind,
  • Über­for­de­rung und Hilflosigkeit,
  • Ver­trau­ens­ver­lust in den eige­nen Kör­per bis hin zu Sexualproblemen,
  • Angst vor einer wei­te­ren Schwangerschaft/Geburt,
  • Postpar­ta­le Depres­si­on bis hin zu Post­trau­ma­ti­scher Belas­tungs­stö­rung mit schwer­wie­gen­den, exis­ten­ti­el­len Fol­gen für die gesam­te Familie.
Folgen Kind - Schwierige Geburt

Für das Kind:

  • das Baby schreit sehr viel, sog. Schreibabysyndrom,
  • Schlaf­pro­ble­me mit Alb­träu­men oder dem sog. „Nacht­schreck“,
  • sehr schreck­haft,
  • psy­chi­sche Beson­der­hei­ten (sehr wei­ner­lich, mit nichts zufrie­den, extre­mes Trotzverhalten),
  • moto­ri­sche Auffälligkeiten.
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